Der Nordöstliche Teil des Kürschnerhofs
Diese Grundstücke waren lange Zeit im Besitz des Stifts Neumünster. Sie sollen hier kurz von links nach rechts vorgestellt werden:
Schönes Eck-Haus
Anfang des 15. Jahrhunderts wird das den Kürschnerhof nach Norden hin abschließende Haus "Schöneden" zum ersten Mal erwähnt. Architekt des Gebäudes an der Ecke Marktplatz-Martinstraße war ein Herr Edert.
Dieses Haus der "Johanniter-Commende Lebens und zinsbar" 1 war seit 1524 im Besitz des Händlers Helmuth, was ihm den Namen "Helmuthshaus" einbrachte. Das im Jahr 1597 mit einem Bolygonerker ausgeschmückte Helmuthshaus bzw. Haus Schöneck war in den Jahren 1598-1618 wiederholt Absteigquartier für prominente Persönlichkeiten.
Das Haus ist an der Südseite mit Volutengiebel und schönem, über die beiden Obergeschosse reichenden, mit Hermen (Symbole des Schutzes und Behütetseins) verzierten Erker geschmückt.
1950 diente es als Entresol für das Galanterie- und Lederwarengeschäft Keil. Heute haben hier Filialen der Firma "WMF" und der Telekom ihren Sitz.
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Rappertswirtshaus
Der schmucklose Bau des sehr populären Gasthofs "Zu den drei Mohren" (bzw. "Rappertswirtshaus" oder "Rapperts Weinwirtschaft") trat einige Meter weit in der Straßenflucht zurück. Ursprünglich stellte dieses Gebäude den nach Westen vordringenden Flügel der ehemaligen Neumünsterkellerei dar. So enthielt die Wirtschaft den 10 Meter hohen, getäfelten Kapitelsaal des Neumünsterstifts, der im 19. Jahrhundert in einen "Universitäts-Fechtboden" umgewandelt wurde und die daneben befindliche "Kapitelstube". Auch die oberen Räume hatten ihre Geschichte: Neben den Chorherren des Sifts tagten hier auch der große Rat des Bauernheeres im Bauernkrieg (1525).
Kürschnermeister Rom
In dem kleinen, spätgotischen Haus, das früher das Rentgebäude des Stifts Neumünster war, gründete 1849 der Kürschnermeister Josef Rom sein Pelzgeschäft. Um die Jahrhundertwende musste er diesen Platz wegen seiner Geschäftsvergrößerung wieder aufgeben. Die Firma zog in die Theaterstraße 11 und verkauft das Haus an den Kaufmann Salomon Rosenthal.
Kaufmann Salomon Rosenthal
Das Grundstück war wie die Grundstücke der Rappertswirtschaft und des Kürschners Rom vor der Säkularisation im Besitz des Stifts Neumünster.
1882 erwarb S. Rosenthal auch die zum "Rappertswirtshaus" gehörenden Anwesen und riss alle Gebäude ab, wobei ein Teil des Neumünster-Kreuzgangs freigelegt wurde. Eine Geschichte erzählt, dass er den gesamten Kreuzgang dem Meistbietenden - dem Deutschen Museum in Berlin - verkaufen wollte. Ein Würzburger Handwerker, der von Rosenthal engagiert worden war um die gefundenen Bruchstücke zusammenzusetzen, betonierte allerdings alle Teile ein, sodass das Museumsteam unverrichteter Dinge wieder abreisen musste.
Nach dem Abriss errichtet S. Rosenthal auf dem freigewordenen Gelände ein Kaufhaus und Wiener Café. Mit diesen Neubauten schuf er schon annähernd die heutige Baulinie (siehe Plan von 1926).
Am 16.5.1902 verkauft Salomon Rosenthal seinen Besitz an Michael Philipp Seisser, der an dieser Stelle ein großes Kaufhaus errichtete.
Die Geschäftsräume sind heute an die Firma Breuninger verpachtet.
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