Leichenhof
Der Leichenhof (auch: Kiliansplatz), Würzburgs ältester Friedhof, war zwischen Neumünster, dem Gerichtsgebäude und dem Dom eingekeilt.
1540 verlangte das Domstift vom Stadtrat, dass auf der ältesten und ausgedehntesten Begräbnisstätte Würzburgs "niemand mehr begraben werde, weil weitere Beerdigungen wegen Überfüllung des Platzes mit verstorbenen Pestkranken unschicklich und unleidlich seien." Folglich wurden andere Begräbnisplätze (Pleichach, dann im Garten der Reuerinnen) ausgewiesen - trotzdem wurden, wenn auch seltener, im Leichenhof noch Beerdigungen vorgenommen.
Der Leichenhof gehörte zur Hälfte der Dompfarrei und zur anderen Hälfte dem Stift Neumünster, was wiederholt zu Streitigkeiten führte, die sogar zu Rechtsstreitigkeiten ausarteten.
Mit dem Urteil von 1790 durfte der Neumünsterliche Teil des Leichenhofs weder durch Anlegung eines Gartens noch durch ein Gebäude überbaut werden, was das Nutzungsende des Leichenhofs bedeutete.
Mit der einsetzenden Säkularisation allerdings "verschwanden alle Anstände", sodass man 1817 einen Verbindungszweig vom Paradeplatz zur Hofstraße herstellte. Dieser wurde später zu einer Verbindungsstraße zwischen der Dom- und Hofstraße ausgebaut.
Der 1732 errichte, den Leichenhof zierende Ölberg (B. Neumann, die Figuren von Joh. v. d. Auvera) wurde 1892 in den Friedhof verlegt. Begraben war hier unter anderem Tilman Riemenschneider.
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